StopBanque http://StopBanque.blogsport.de Bankencrash 2.0 - Jetzt kommen die Bürger! Sun, 11 Sep 2011 12:40:59 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Anonymous ruft zu Börsenblockaden auf http://StopBanque.blogsport.de/2011/09/07/anonymous-ruft-zu-boersenblockaden-auf/ http://StopBanque.blogsport.de/2011/09/07/anonymous-ruft-zu-boersenblockaden-auf/#comments Tue, 06 Sep 2011 23:09:46 +0000 Administrator Aufruf http://StopBanque.blogsport.de/2011/09/07/anonymous-ruft-zu-boersenblockaden-auf/ Bankrun

#occupybankenviertel / #occupywallstreet

Das Aktivist*innenkollektiv Anonymous und Protestierende der spanischen Demokratiebewegung ruft nach dem Beispiel der Besetzung des Mailänder Börsenplatzes vom vergangenen Montag dazu auf, am 17. September das US-Finanzzentrum in New York zu blockieren. Im Rahmen der Aktion #OCCUPYWALLSTREET will man „Zelte, Küchen und friedliche Blockaden aufbauen“, um den Handelsplatz für ein paar Wochen lahnzulegen. Auch vor der Frankfurter Börse soll ein Protestcamp errichtet werden.
Sorgenumwölkte Minen von Wertpapierhändler*innen vom Frankfurter Börsenparkett blicken derzeit wieder von den Titelseiten deutscher Tageszeitungen. Die Weissagungen im kapitalistischen Gläserrücken verheißen nicht viel Gutes, so sehr drückt die multiple Schulden-Währungs-Wirtschaftkrise auf die Stimmung der Anleger*innen an den weltweiten Börsen.

Der Funken des aktiven Widerstands gegen ein selbstbezogenes Wirtschaftssystem, für den menschliche Bedürfnisse nur instrumentelle Bedeutung haben, ist nun auch bei der internationalen Aktionskollektiv von Anonymous angekommen, das man vor dem Jahr 2011 eher mit äußerst anerkennenswertem Online-Widerstand gegen Regierungen und Unternehmen im Bereich Freie Inhalte und informationelle Freiheit und Selbstbestimmung in Verbindung gebracht hätte.

„Der Machtmissbrauch und die Korruption von Firmen, Banken und Regierungen enden hier!“ – Mit dem selbstbewusst gesteckten Ziel mehrwöchigen Blockaden der Wall Street und weiterer Finanzplätze, darunter Tokyo, Frankfurt und London, zu denen die Netzaktivisten gerade weltweit mobilisieren, soll diesmal zur Abwechselung wieder offline interveniert werden. Hinter dem Aufruf steckt ursprünglich das Konzept der konsumkritischen Organisation „Adbusters Media Foundation“ ( http://www.adbusters.org/campaigns/occupywallstreet) von Juli 2011, die nach Vorbild der Proteste des Arbischen Frühlings eine Kampagne mit dem Namen „US Days of Rage“ ins Leben gerufen hat. Die Adbusters rechnen dagegen für den 17. September mit 20.000 Demonstrant*innen in Downtwon Manhattan und betonen zusammen mit Anonymous den friedlichen Charakter der Maßnahme zivilen Ungehorsams.

Am gleichen Tag moblisieren die Gruppen auch weltweit zu Protesten gegen die Börsen von Tokio, Toronto, Madrid, San Francisco, London, Sydney, Mailand und eben – Frankfurt am Main.

Auf unerfahrene Strukturen oder völlig ins Leere muss der Anonymous-Aufruf zum Campieren im Frankfurter Bankenviertel indes nicht stoßen. Bereits im vergangenen Jahr 2010 plante die „Aktionsgruppe Georg Büchner“ unter dem Motto »Es reicht. Zentrale Akteure und Profiteure der Wirtschafts- und Finanzkrise blockieren«, für den 18. Okotober 2010 zentrale Verkehrsknotenpunkte um die Deutsche Börse in der Mainmetropole zu besetzen. Die in der kapitalismuskritischen Linken nicht unumstrittene Aktion wurde damals weniger wie jetzt von Online-Aktivisten oder Sympathisanten der „Echte Demokratie Jetzt“-Protestierenden getragen, sondern maßgeblich von ATTAC, verschiedenen Krisenbündnissen, der Interventionistischen Linken (IL), Erwerbslosengruppen und Linkspartei-Mitgliedern organisiert. Sie wurde damals am 24. September vom Koordinierungskreis selbst abgesagt ( http://www.dazwischengehen.org/story/2010/09/bankenblockade-am-18-oktober-abgesagt).

Ob die Straßen um die Frankfurter Börse am 17. September voller Zelte oder zumindest Blockierender sind, ist wie bei jedem Internetaufruf zu #REVOLUTIONEVERYWHERE und „REVOLUTIONAGAINSTEVERYTHING Glaskugelei. Zumal der Effekt auf den Aktienhandeln an einem handelsfreien Samstag nicht groß ausfallen wird.

In jedem Fall brauchen wir für organisierten massenhaften zivilen Ungehorsam heute keine Alpha-Wölfe mehr…

„The antiglobalization movement was the first step on the road. Back then our model was to attack the system like a pack of wolves. There was an alpha male, a wolf who led the pack, and those who followed behind. Now the model has evolved. Today we are one big swarm of people.“ – Raimundo Viejo, Pompeu Fabra University, Barcelona

Ankündigung der Aktion auf dem Infoblog Anonops.blogsport.com
http://anonops.blogspot.com/2011/08/occupy-wall-street-occupywallstreet_10.html

Die Kampagnenseite der Gruppe Adbusters
http://www.adbusters.org/campaigns/occupywallstreet

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Stopbanque trifft Wikileaks http://StopBanque.blogsport.de/2010/12/01/stopbanque-trifft-wikileaks/ http://StopBanque.blogsport.de/2010/12/01/stopbanque-trifft-wikileaks/#comments Wed, 01 Dec 2010 15:13:58 +0000 Administrator Presse Information http://StopBanque.blogsport.de/2010/12/01/stopbanque-trifft-wikileaks/ Wikileaks-Gründer Julian Assange hat bereits angekündigt, als nächstes ein brisantes Datenpaket aus einer amerikanischen Großbank zu veröffentlichen. Derartige Aktionen polarisieren. Neben Wikileaks ist dies auch bei zahlreichen weiteren Kampagnen wie „Stopbanque“ der Fall, eine Aktion, die am 7. Dezember über die Bühne gehen soll.

Bei der nun flugs folgenden Enthüllungskampagne von Wikileaks geht es laut Julian Assange um Zehntausende interner Dokumente aus einer Finanzinstitution. Das klingt spannend, denn er stellt uns immerhin einen tiefen Einblick in „die heikelsten Geheimnisse eines Geldinstitutes“ in Aussicht. Hoffentlich erfahren wir bei diesem großen Nachschlag deutlich pikantere Details als etwa über das seltsame Kommunikationsgebaren der ersten deutschen Politikerriege.

Die Offenlegung des Materials eröffne repräsentative Einsichten, skizziert Assange, wie sich Banken auf Managementebene verhielten, lässt sich der Gründer von Wikileaks ohne festen Wohnsitz in der Presse zitieren. Das Ziel dieser weiteren Aktion bestehe freilich weniger darin, grundsätzlich gegen den Kapitalismus zu rebellieren, sondern zum einen repräsentative Einsichtungen in das Gebaren der Finanzindustrie zu eröffnen, aber auch konkrete Untersuchungen und Reformen in die Wege zu leiten.

Mehr dazu gibt es nachzulesen etwa via [extern] Handelsblatt. Dass soziale Netzwerke jegliche „Firewall“-Funktionen der bislang hermetisch nach innen abgeschotteten Geheimniskrämerei auch in der großen Geschäftswelt aushebeln könnten, beleuchtet [extern] Forbes-Blog. Somit ist nur allzu offensichtlich, die Banken sind das nächste Ziel von Wikileaks, wie sich auf [extern] CIO.de nachlesen lässt. Dabei stellt Wikileaks mit Blick auf die Finanzindustrie definitiv kein isoliertes Einzelphänomen dar, unabhängig davon, wie man dazu inhaltlich stehen mag. Seitdem der umstrittene Ex-Fußballspieler Eric Cantona sich bei der Anti-Banken-Kampagne „Stopbanque“ als prominente Speerspitze platziert hat, und dazu aufrief, Geld zum Stichtag am 7. Dezember bei der Bank abzuheben, um durchgreifende Veränderungen im Finanzsystem zu erzwingen, wird darüber in der Netzgemeinde umso heftiger diskutiert. Nachzulesen sind die Details zum kleinteiligen jedoch schleichenden „Bankencrash 2.0″ etwa auf dem deutschen Ableger der internationalen Protestaktion [extern] stopbanque.blogsport.de.

Die Meinungen könnten kaum unterschiedlicher ausfallen. [extern] Räumt das Konto leer, titelte etwa vielschichtig die TAZ. Auch auf den Postings bei Facebook, Twitter und Co. kann man die ganze Bandbreite der Befürworter und Ablehner nachvollziehen. Die einen finden die Aktion völlig sinnlos und fehl geleitet, schließlich stelle sich immer noch die Frage, was mit dem Geld passieren soll, wenn der Kunde es einfach abhebt.

Was soll er dann tun, es unters Kopfkissen legen? Dennoch: Braut sich da etwa eine neue Gemengelage zusammen, die den Banken, wie weiland dem französischen Adel vor der Revolution, den Garaus machen will. Zweifellos, aus fast jedem politischen Lager gibt es derzeit Kommentare, vor allem aber nimmt die Front der Kritiker und Nörgler weiter zu.

Jenseits der meist oberflächlich geführten medialen Licht- und Schattengefechte sollte man sich jedoch vor allem mit den Veränderungen hinter der Finanzkrise beschäftigen, statt vorschnell aus der Hüfte gegen irgendwen zu feuern. Die Demonstrationen der Studierenden in London vor kurzem waren ein erstes wenngleich noch wenig konsistentes Indiz für ein verändertes Stimmungsbild.

Vor allem die gut ausgebildete Generation der unter 35-Jährigen wird nicht umhin kommen, die Spielregeln der arrivierten Entscheidungsträger, unabhängig davon, aus welcher politischen Ecke diese stammen, nicht nur in Frage zu stellen, sondern neue Wege zu beschreiten, will sie die legitimen Interessen ihrer Generation gewahrt wissen.

Denn die Akademikerkaste gehört bereits heute in vielen Ländern zu den Verlierern der Finanzkrise. Und zwar durch Entzug von Bildungschancen, den „teuren“ sozialen Aufstieg, und den Wegfall von beruflichen Karrierechancen. Junge Griechen, Portugiesen, Ungarn, Iren, Briten oder Amerikaner, sie bezahlen jetzt die Zeche, nach der ausufernden Party bis zur fast völligen Bewusstlosigkeit.

Da stellt sich die Frage: Warum sollten Spielregeln für ewig gelten, die Jahrhunderte alt sind? Mit dem Internet bietet sich zwar kein allein selig machender Lösungsweg aus der geistig-moralischen Existenzkrise unserer modernen Gesellschaft. Aber das Netz ist eine nicht zu unterschätzende Machtoption, mit der vernachlässigte, kaum mehr als Randgruppen zu bezeichnende Menschenhäuflein, auf ihre besonderen Anliegen aufmerksam machen können.

Ungewollt, oder irgendwie doch auch gewollt, gibt es leichten Rückenwind immerhin von etwas nachdenklichen Protagonisten wie dem Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann. Das V-Zeichen gehört derzeit nicht mehr zu seinem Repertoire: „Wir (Banken) können in einer parallelen Welt nicht existieren“, sagte er im Frühjahr auf der Hauptversammlung der Aktionäre. Die Frage ist nur, ob aus derartigen Sprüchen auch konkrete Taten resultieren.

Kreatives „Bankenhacking“ über finanzielle Netzwerke etabliert sich

Da ziemlich wenig an der Frontscheibe der kundenfreundlichen Bank passiert, wächst derweil die Zahl der Netzaktivisten gegen die Bankenbranche und Finanzindustrie unaufhörlich. Die junge New Yorker Studentin Venessa Miemis etwa las der Branche kürzlich auf der Fachtagung [extern] Sibos kräftig die Leviten. Ihr Vortrag beleuchte ganz einfach die Frage, was junge Menschen der Generation um die 30 Jahre von den Banken erwarten. Zumindest jener aufgeklärte Teil der Menschheit, der den Umgang mit dem Geld neu definieren möchte.

Die Erwartungen von gut ausgebildeten Akademikern dürften jedenfalls deutlich höher sein, als sich platte Sprüche wie ein Stand-up-Comedian aus der dritten Klasse mit vorhersehbaren Pointen für das Publikum anzuhören. Ein Update und ein längeres Interview zur Entstehung und Zielrichtung des eigens für das Event fertig gestellten Kunstvideos „the future of money“ gibt es via Dossierjournal.com. Und wer den Auftritt von Venessa in Amsterdam noch einmal live und in Farbe in einer kurzen Zusammenfassung studieren möchte, der wird auf Youtube [extern] fündig.

Ein weiteres kleines Beispiel und Farbkolorit, um den Trend aus Sicht der oftmals als recht vage mit „Generation Y“ bezeichneten Menschen zu illustrieren. Der junge kanadische Modedesigner Paul Davis [extern] www.pauldavis.de hat sich in Berlin angesiedelt und als „Stylist“ unter anderem das Szenario des Kampagnenvideos „Steuer gegen Armut“ ausgestattet.

Darin geht es um die Einführung einer globalen Finanztransaktionssteuer, mit den beiden deutschen Schauspielern Jan-Josef Liefers und Heike Makatsch. Die deutsche Präsenz [extern] www.steuerngegenarmut.de ist Teil der [extern] Robin Hood Tax Campaign. Mehr dazu etwa [extern] hier.

Das „Kreativkapital“ windet sich mehr denn je gegen den Strom. Wie geschieht das? Ganz einfach, die „Generation Y“, oder zumindest der kreative Teil darunter, setzt längst auf „Crowdsourcing“ und „Crowdfunding“. Sie organisieren eigene Vergabeplattformen in der Geldbeschaffung, statt irgendwo wie ein Bittsteller zu betteln. Okay, betteln muss der Crowdfunder auch im Netz – und manche werden dies als „Peanuts-Ökonomie abtun.

Aber Crowdfunding ist der Ausdruck eines profunden Misstrauens gegen die etablierten Institutionen, weil von ihnen nichts mehr zu erwarten ist, und weil neue Wege und Werkzeuge da sind, um geschäftlichen Verbindungen über andere Wege aufzubauen, und zwar ganz einfach mit Hilfe des Internet.

Das geschieht neben dem Knüpfen eigener weit verzweigter sozialer und beruflicher Netzwerke eben auch mit Hilfe von Crowdfunding. Peer to Peer Lending ist ein weit reichendes Zukunftsmodell mit vielen Facetten. Auf seiner Kampagnenseite beispielsweise bittet Paul Davis um Unterstützung für sein neues Projekt, sprich, er möchte seine neue Modekollektion [extern] finanzieren.

Darf man somit vorsichtig die Prognose wagen, dass wir trotz Startschwierigkeiten und gewisser Ambivalenzen keine vernachlässigenswerte „Peanuts-Ökonomie 2.0? heraufziehen sehen, sondern erste Vorboten eines grundlegenden Paradigmenwandels. Oder ist all dies nur eine kurzlebige Modewelle im nur vermeintlich demokratischeren Web 2.0, das sich hernach wieder mal wie ein größerer Teil der New Economy als geistige Platzpatrone erweist?

Wohl kaum jemand dürfte derzeit eine schlüssige Antwort darauf haben. Der Treiber: Sind die etablierten Institutionen und die Entscheidungsträger in einer Altersklasse ab sagen wir mal 50 Jahren weiterhin in ihren selbst-referenziellen Wolkenkratzern gefangen, und sind sie nicht mehr in der Lage, die Kreativität von Gesellschaft und Wirtschaft zu fördern, dann werden die Jüngeren, die nach oben streben, andere Wege beschreiten, ja sogar erzwingen.

Das muss freilich keine schlechte Nachricht sein. Die Bäume wachsen sicherlich nicht in den Himmel, vor allem, weil etablierte Hierarchien in Frage gestellt sind, die freiwillig kaum Macht abgeben werden, im Sinne einer „Finanzdemokratie 2.0?. Nicht wenige werden an ihren Stühlen kleben bleiben, um die Welt weiter aus dem Heckwasser ihrer Segelyachten betrachten zu können. Aber es gibt auch andere, die den Wandel sogar begrüßen.

Wie geht es jenseits manch übertriebener „Big Brother Inszenierung“ weiter mit dem Crowdfunding und Crowdsourcing? Es gibt einerseits eine überzogene Erwartungshaltung, andererseits wird der Trend unterschätzt. Dass das Internet jedoch künftig als „soziale Waffe“ eine zentrale Rolle in Wirtschaft und Gesellschaft spielt, ist kaum zu übersehen.

Allenfalls Menschen, die sowieso immer an allem mäkeln, nehmen das nicht wahr. Auch in Intellektuellen-Kreisen ist das Thema trotz komplizierter Formulierungen angekommen. Philosoph Peter Sloterdijk in einem [extern] Spiegel-Essay:

Die meisten heutigen Staaten spekulieren, durch keine Krise belehrt, auf die Passivität der Bürger. Westliche Regierungen wetten darauf, dass ihre Bürger weiter in die Unterhaltung ausweichen werden…

Auch ohne divinatorische Begabung kann man wissen: Dergleichen Spekulationen werden früher oder später zerplatzen, weil keine Regierung der Welt im Zeitalter der digitalen Zivilität vor der Empörung ihrer Bürger in Sicherheit ist. Hat der Zorn seine Arbeit erfolgreich getan, entstehen neue Architekturen der politischen Teilhabe. Die Postdemokratie, die vor der Tür steht, wird warten müssen.
Peter Sloterdijk

Wer den Text zwischen den Zeilen liest und deutet, wird feststellen, dass der Gang in eine (hoffentlich) von der kollektiven Vernunft und Kreativität gesteuerte Finanzwelt kein Spaziergang sein wird. Die Einbahnstraßenkommunikation von oben nach unten soll weiter funktionieren. Denn es profitiert nur einer vom Machtgefälle zwischen Kunde und Bank. Dreimal dürfen Sie raten, wer?

Wer also mit Hilfe von selbst gestrickten oder von Dritten gesteuerten Crowdfunding-Plattformen versucht, eine produktive und kreative Zerstörung von bestehenden, aber gleichwohl ziemlich ineffizienten Verteilungssystemen in der Finanzwelt einzuleiten, etwa indem ein Mikrospender „ein Subsystem im Zentralrechner seiner Bank“ einrichten möchte, der wird sicherlich nicht gerade mit offenen Armen empfangen.

Was folgt daraus abschließend? Der große Machtkampf auf Augenhöhe, zwischen dem Nutzer und dem Anbieter, er steht uns erst noch bevor. Doch zeichnen sich im Zeitalter von legalem und illegalen Social Engineering tatsächlich einige innovative Geschäftsmodelle ab. Wie denn das? Ganz einfach, jede Bank erhält zum Beispiel ein eingebettetes „Social Coding“.

Schauen Sie beispielsweise mal bei der [extern] Banksimple vorbei, wo Webbetreiber und Entwickler über frei verfügbaren Quellcode künftig „die Bank“ in ihre jeweiligen Applikationen einbetten können. Mehr dazu auf dem deutschen IT-Nachrichtendienst golem.de. Sicherlich werden jetzt einige Leser einwenden, auch dies ist noch keine bahnbrechende Änderung im Geschäftsmodell von Banken, sondern nur ein ganz nettes technisches Accessoire, also ein kleiner Gimmick, ein Zuckerbrot, das die neue Bank im Netz dem Kunden hinwirft, um ihn von Lockangeboten zu ködern statt von guten Produkten zu überzeugen. Das allein wäre künftig bei einem wachsenden Teil der kritischen Verbraucher sicherlich zu wenig, die zwar längst ihre Lehren aus der Finanzkrise gezogen haben, denen aber andererseits die im Härtest bereits umfassend erprobten Alternativen fehlen.

Somit fällt den sozialen Netzwerken im Wandlungsprozess in eben jener seit Jahrhunderten immer nach dem gleichen Strickmuster agierenden Finanzindustrie eine Schlüsselrolle zu. Es beginnt mit dem Protest, später folgen neue Modelle, die irgendwann auch die Mitte erreichen. Dass der Aufruf zum gewaltfreien „Bankenhacking“ über das Kulturwerkzeug Internet ein vielerorts angewandtes Stilmittel bei Privatanlegern darstellt, zeigt ein abschließendes Beispiel aus Mittelamerika.

Der gehörnte Bankkunde Jean Anleu aus Guatemala beschwerte sich im vergangenen Jahr über das seiner Meinung nach korrupte Geldinstitut Banrural. Mehr noch: Er rief über den Kurznachrichtendienst Twitter offen dazu auf, Geld von der Bank abzuheben, um das Geldinstitut für die landwirtschaftliche Entwicklung „bankrott zu machen“. Die Folgen: Er wurde kurzerhand wegen subversiver Tätigkeit verhaftet. Per Gesetz drohte dem nur mit Worten aufrührerischen Bankkunden Anleu eine Haftstrafe von immerhin fünf Jahren.

Die Staatsanwaltschaft begründete das in Aussicht gestellte hohe Strafmaß damit, der Angeklagte habe das öffentliche Vertrauen in das Bankensystem Guatemalas untergraben. Ende Dezember 2009 kam der Twitter-Fan mangels einer schlüssigen Beweisführung allerdings wieder auf freien Fuß. Das Recht auf freie Meinungsäußerung hatte selbst in einem Land gesiegt, wo sonst das ungeschriebene Gesetz gilt, die eigenen Worte gut auf die Waagschale zu legen, bevor sie das Licht der Öffentlichkeit erblicken.

Lothar Lochmaier arbeitet als Freier Fach- und Wirtschaftsjournalist in Berlin. Zu seinen Schwerpunkten gehören Umwelttechnik, Informationstechnologie und Managementthemen. Mit Kommunikationsabläufen und neuen Organisationsformen in der Bankenszene hat sich der Autor in zahlreichen Aufsätzen beschäftigt.

Im Mai 2010 erschien von Lothar Lochmaier das Telepolis-Buch: [extern] Die Bank sind wir – Chancen und Zukunftsperspektiven von Social Banking. Er betreibt außerdem das Weblog [extern] Social Banking 2.0.

Quelle: heisse

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Euro segelt durch stürmische Gewässer: Portugal, Spanien & Italien nächste Pleitekandidaten http://StopBanque.blogsport.de/2010/11/29/euro-segelt-durch-stuermische-gewaesser-portugal-spanien-italien-naechste-pleitekandidaten/ http://StopBanque.blogsport.de/2010/11/29/euro-segelt-durch-stuermische-gewaesser-portugal-spanien-italien-naechste-pleitekandidaten/#comments Mon, 29 Nov 2010 15:14:36 +0000 Administrator Presse Information http://StopBanque.blogsport.de/2010/11/29/euro-segelt-durch-stuermische-gewaesser-portugal-spanien-italien-naechste-pleitekandidaten/ Der Brand auf der grünen Insel im hohen Norden scheint gelöscht. EU und IWF haben das marode Irland mit einem 85 Mrd. Euro schweren Rettungspaket soeben vor der Pleite bewahrt. Doch am Mittelmeer lodern bereits die nächsten Brandherde.
An den internationalen Finanzmärkten wird bereits eifrig darauf gewettet, dass Portugal, Spanien und auch Italien als nächste in den Abwärtsstrudel geraten und bald Zuflucht unter dem Euro-Rettungsschirm suchen könnten. Für die gemeinsame Europäische Währungsunion würde das eine nie dagewesene Zerreißprobe bedeuten.

Portugal, das vergleichsweise arme Land im äußersten Südwesten des Kontinents, hat zwar gesündere Banken als Irland, leidet aber unter einem schwachen Wachstum und einem hohen Budget-Defizit. Finanzwissenschafter Johannes Becker von der Universität Münster hat zu Portugal eine klare Meinung: Das Land sollte ebenfalls unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen, damit sich die trotz Irland-Hilfe weiterhin nervösen Märkte wieder beruhigen. Eine Gefahr für die Stabilität des Euro bedeuteten Hilfen für das südeuropäische Land nicht. „Portugal ist einfach zu klein: Es hat ein Bruttoinlandsprodukt von 170 Mrd. Euro“, sagte der Forscher. „Das ist im Vergleich zu den 2,4 Bill. Deutschlands sehr wenig. Wir sollten Portugal ruhig schnell unter den Schirm nehmen.“

Um die Krise in den Griff zu bekommen, hat die portugiesische Regierung zuletzt ein rigides Sparprogramm in Angriff genommen. Es herrscht dringender Handlungsbedarf: Die Neuverschuldung Portugals erreichte im vergangenen Jahr den Rekord von rund 9,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Im nächsten Jahr soll das Budget-Defizit auf 4,3 Prozent gedrückt werden. Unter anderem sollen die Ausgaben für Löhne und Gehälter im öffentlichen Dienst um 5 Prozent gekürzt, die Mehrwertsteuer von 21 auf 23 Prozent angehoben werden. Außerdem werden Sozialleistungen gekürzt und die Renten eingefroren. Die Portugiesen haben nach Bekanntwerden der Sparpläne sofort mit einem Generalstreik, der das Land weitgehend lahmgelegt hat, geantwortet.

Zerreißprobe für Euro-Gruppe

Viel schlimmer wäre es jedoch, wenn das weitaus größere Spanien ins Schuldenloch abstürzen würde und unter den Rettungsschirm schlüpfen müsste, denn das Land verfügt über einen wichtigen Bankensektor. Und: Die Risikoaufschläge auf spanische Anleihen kletterten zuletzt auf den höchsten Stand seit 2002. Wenn Spanien und Portugal sich nicht selbst aus der Schuldenfalle befreien können, droht ein Domino-Effekt, der die gesamte Eurogruppe vor eine noch nie dagewesene Zerreißprobe stellen könnte. Dann wäre wohl auch nicht mehr ausgeschlossen, dass einzelne Länder wie Deutschland, Niederlande oder Österreich im Verbund eine eigene Eurozone eröffnen oder im schlimmsten Fall sogar wieder zu ihren alten Währungen zurückkehren.

Doch dieses Schreckensszenario will sich derzeit noch niemand ausmalen. Der spanische Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero wird nicht müde zu betonen, dass es „absolut ausgeschlossen“ sei, dass Spanien wie Irland auf den Euro-Rettungsfonds zurückgreifen müsse. Doch auch Griechenland, das heuer bereits 110 Milliarden Euro an Notkrediten von EU und IWF erhalten hat, und Irland haben bis kurz vor dem offiziellen Ansuchen um ein Rettungspaket, noch ausgeschlossen, Hilfe von außen zu benötigen. Am Schluss kam es ganz anders.

Quelle: news.at

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Die Rache am Geldautomaten http://StopBanque.blogsport.de/2010/11/26/die-rache-am-geldautomaten/ http://StopBanque.blogsport.de/2010/11/26/die-rache-am-geldautomaten/#comments Thu, 25 Nov 2010 22:24:06 +0000 Administrator Presse http://StopBanque.blogsport.de/2010/11/26/die-rache-am-geldautomaten/

Machtlos gegen die Macht der Banken? Gegen diese Sicht regt sich in Frankreich Protest. Ex-Fußballstar Cantona hat seine Landsleute dazu aufgerufen, am 7. Dezember gleichzeitig ihr Konto zu räumen – und damit die Banken lahm zu legen.

Die Banken haben kein besonders gutes Image mehr – auch nicht in Frankreich. Die Leute ärgern sich über die Geldhäuser, die zuerst die diversen Finanzkrisen mitverursacht haben, dann von Steuergeldern gerettet wurden – nur um danach munter weiterzumachen wie zuvor.

Wie kann man dagegen protestieren? Große Demos im ganzen Land? „Nein“, sagt der frühere französische Fußballstar Eric Cantona: „Heutzutage bringt das doch nichts mehr, selbst wenn Millionen kilometerweit durch die Städte marschieren, würde es nichts ändern.“ Und auch die Regierungen würden nicht genug tun, um die Banken in den Griff zu bekommen, sagt er.
„Wir brauchen keine Waffen“

Deswegen fordert der frühere Stürmer von Manchester United, der in Frankreich jetzt als Schauspieler arbeitet, seine Landsleute zu einer ganz anderen Form des Protests auf: „Wir müssen keine Revolution ausrufen, wir brauchen keine Waffen, wir bringen niemanden um“, sagt er und ergänzt: „Die Banken selbst haben dieses System geschaffen – und nur über die Banken kann man es auch lahmlegen.“

Und er weiß auch schon wie: Alle sollen gleichzeitig ihr Konto leer räumen. „Das ist eine echte Bedrohung für die Spekulanten, das wäre eine echte Revolution“, sagt Cantona, Wenn 20 Millionen Menschen gleichzeitig ihr Geld von den Banken abzögen, dann würde deren System zusammenbrechen.

Der 7. Dezember soll der Aktionstag sein. Dann sind Gehalt oder Arbeitslosengeld schon eingegangen und die Miete bezahlt. Jeder weitere Cent soll den Banken nicht mehr als Spekulationsmasse zur Verfügung stehen, sagt Cantona.

Der Videoclip mit seinem Aufruf hat sich in der Internetgemeinde herumgesprochen. 13.000 Franzosen kündigten an, mitmachen zu wollen. Zeitungen und Radiosendungen beschäftigen sich mit dem Thema: „13.000 – das ist eine Menge – aber aber es gibt auch viele Kommentare die sagen, dass sie leider nicht mitmachen können, weil ihr Konto sowieso leer ist.“
Die Banken schweigen

Die großen Banken haben diesen Aufruf bisher nicht kommentiert. Aber im Internet haben sich mittlerweile Unterstützer aus 15 Ländern gemeldet – auch Deutsche wollen sich an diesem sogenannten „Bankrun“ beteiligen.

Quelle: Tagesschau

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Stehen wir vor einer Revolution? http://StopBanque.blogsport.de/2010/11/25/stehen-wir-vor-einer-revolution/ http://StopBanque.blogsport.de/2010/11/25/stehen-wir-vor-einer-revolution/#comments Thu, 25 Nov 2010 11:40:57 +0000 Administrator Information http://StopBanque.blogsport.de/2010/11/25/stehen-wir-vor-einer-revolution/ Der französische Fußballer Eric Cantona war ein Weltstar, und auf dem Platz meist sehr wütend. Nun attackiert er das System und ruft zum Banken-Sturm auf

„Es dreht sich um die Banken. Es basiert auf der Macht der Banken. Also kann es nur durch die Banken zerstört werden“, erklärt der ehemalige Profi-Kicker in einem Interview der Tageszeitung Presse Océan, das gefilmt wurde und auf YouTube mit mehr als 130.000 Klicks ein Renner ist: Unterschätze niemals die Macht der Massen: Respekt eines Fans aus Liverpool, hieß einer der Kommentare. Revolution kann sehr einfach sein.

Politische Bewegung oder nur idiotisch?

In dem Spot macht es sich Cantona bequem und plaudert, ein graubärtiger, Bonvivant im knallroten Pullover, er könnte für einen Alt-68-er herhalten. Mais non! Unter dem Pflaster liegt der Strand? Wie altmodisch. Wer heute mit Plakaten auf die Straße gehe, „der betrügt sich selbst“, findet der 44-Jährige, der mal ein Rebell war. Die 3 Millionen, ach, 10 Millionen, sollen stattdessen lieber zur Bank gehen und ihr Geld abheben, „und dann brechen die Banken zusammen“. Und als Folge dann eben nicht nur das Finanz – sondern das gesamte System. Ohne Waffen und ohne Blut – „das ist heute die wahre Revolution“, sagt Cantona noch lässig. Sie steht in Frankreich ja irgendwie oft vor der Tür, gefühlt ist immer Vorabend, so als könne es jeden Moment losgehen – und sei es in Form eines neuen theoretischen Manifestes.

Nun hat der Untergrund ein berühmtes Gesicht. Das Netzwerk Attac hat das Cantona-Video auf Facebook verlinkt, es gibt mittlerweile Facebook-Kampagnen in Italien, Rumänien, Bulgarien und sogar Korea. Die französische Initiative StopBanque hat den 7. Dezember zum Tag X ausgerufen, an dem die gemeinsame Abhebe-Protest-Aktion losgehen soll, mehr als 14.000 Bürger wollen bereits mitmachen. Und schon soll die andere Welt wieder möglich sein. Auf der Webseite Bankrun2010.com schreiben die Organisatoren: Unsere Aktion ist eine politische Bewegung, wir möchten niemanden einzelnen zerstören, sondern das korrupte, kriminelle, scheinheilige System. Auch die Gewerkschaften sollen eingeschaltet werden. Man hofft auf einen Bankencrash. Wenn der kleine Mann sein Konto leerräumt und es mehr werden, die ihm folgen, können Privatkundenbanken rasch ein Liquiditätsproblem bekommen. Und das fürchten sie.

Mais non! Sie hätte lachen müssen, über den „in jeder Hinsicht idiotischen Appell“, sagte eine Mitarbeiterin der französischen Bankenfederation dem Observer. Banken seien nunmal dazu da, Geld zu sichern – und der Tag X würde Dieben und Bankräubern eine große Chance bieten. Aber Madame. Was ist schon der Überfall auf eine Bank, gegen das Gründen einer Bank? Cantona hat seinen Brecht gelesen.

Quelle: der Freitag

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Es wird keine Härteren Bankenregeln geben! http://StopBanque.blogsport.de/2010/11/25/es-wird-keine-haerterern-bankenregeln-geben/ http://StopBanque.blogsport.de/2010/11/25/es-wird-keine-haerterern-bankenregeln-geben/#comments Thu, 25 Nov 2010 11:14:17 +0000 Administrator Presse Information http://StopBanque.blogsport.de/2010/11/25/es-wird-keine-haerterern-bankenregeln-geben/

Die EU-Kommission will Sparer künftig besser vor Bankenpleiten schützen. Banken wollen dafür aber kein Kapital beiseitelegen.

Es war ein historischer Moment. Am 5. Oktober 2008, auf dem Höhepunkt der Finanzkrise, traten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr damaliger Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) vor die Kameras und verkündeten, die Ersparnisse der Deutschen seien sicher. Der Staat garantiere dafür. Ihr Auftritt verfehlte seine Wirkung nicht: Der befürchtete Run auf die Banken in Deutschland blieb aus.

Um es in Zukunft erst gar nicht zu solch dramatischen Momenten kommen zu lassen, will die Europäische Kommission Sparer besser schützen. Mit großer Vehemenz aber wehrt sich die Regierung in Berlin gegen eine Richtlinie, mit der Brüssel die Sicherungssysteme in den Mitgliedstaaten reformieren will. Demnach sollen Einlagen wie Guthaben auf Tages- und Festgeldkonten im Pleitefall künftig binnen sieben Tagen ausgezahlt werden, was Kunden monatelange Zitterpartien ersparen würde. Zudem soll die gesetzlich geschützte Summe, die auf Basis einer früheren Richtlinie mit Beginn des neuen Jahres europaweit von 50.000 auf 100.000 Euro pro Sparer steigt, für alle Banken gelten – ohne Ausnahme.

An diesem Punkt entzündet sich der Streit. Deutsche Politiker fürchten hohe Zusatzkosten für Volksbanken und Sparkassen, die bislang nicht in den gesetzlichen Einlagensicherungsfonds einzahlen. Der Grund: Beide Bankengruppen haben eigene Schutzsysteme. Diese sogenannte Institutssicherung sieht vor, dass im Fall einer Insolvenz der Bankenverbund der betroffenen Bank zur Seite springt und die Ersparnisse der Kunden garantiert.

Dieses System will EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier künftig nur noch als freiwillige Zugabe zur gesetzlichen Garantie erlauben. Volksbanken und Sparkassen müssten dann zusätzlich noch in den gesetzlichen Fonds einzahlen. Dagegen wehren sie sich. Heinrich Haasis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, spricht von Kosten in Milliardenhöhe. Und der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken warnt: »Das wäre weder sachgerecht noch wirtschaftlich tragbar.« Die Genossenschaftsbanken wollen, dass die Institutssicherung als gleichwertige Alternative anerkannt bleibt.

Die Institutssicherung hat einige Vorteile. Sie greift zum Beispiel schon vor einer Pleite, weil sich die Mitgliedsbanken gegenseitig überwachen. Gerät ein Institut in Schieflage, wird der regionale Stützungsfonds angezapft, um es zu stabilisieren. Kein Sparer muss lange um sein Geld bangen.

Der Haken an der Sache: Die Institutssicherung ist freiwillig, sie ist nirgendwo gesetzlich verankert. Der Kunde hat also keinerlei Rechtsanspruch, dass seine Bank im Ernstfall auch tatsächlich gestützt wird. Er muss darauf vertrauen, dass die anderen Banken in der Gruppe ihr Versprechen halten. (Und wie das mit Versprechen, freiwillig und Geld sich verhält wissen wir ja alle!) Bisher war das zwar immer der Fall, aber das könnte sich ändern, wenn erst einmal der gesamte Verbund in Finanznot gerät. Und das ist gar nicht so weit hergeholt. Hätten etwa die Sparkassen während der Finanzkrise allen wankenden Landesbanken beistehen müssen, hätten sie also nicht in manchen Fällen die Rettung allein dem Miteigentümer Staat überlassen können, hätte sie das breit belastet. »Das System der Sparkassen und Volksbanken ist für einen Flächenbrand im Finanzsystem nicht geschaffen«, warnt die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

Wenn die EU nun auch Volksbanken und Sparkassen in die Pflicht nehmen will, ist das erst einmal gut für den Sparer. Er genießt dann mehr Schutz. »Jedes zusätzliche Maß an Sicherheit ist zu begrüßen«, sagt Andreas Zittlau, Geschäftsführer der Kölner Vermögensberatung CPM. Die Finanzkrise habe so viele Gewissheiten über den Haufen geworfen, dass sich Sparer nicht mehr allein auf unverbindliche Zusagen verlassen sollten.

Doch die Lobby bringt sich hierzulande schon in Stellung: Nachdem Deutschland kürzlich in Brüssel mit dem Versuch gescheitert ist, die Richtlinie auf ihrem Weg zu stoppen, machen Bankenvertreter und Koalitionspolitiker nun weiter Druck. Denn schon Anfang 2011 will das Europaparlament über die neuen Standards beraten. Der zuständige Berichterstatter Peter Simon (SPD) will dabei einen Kompromiss erreichen und die »bewährte« Institutssicherung mit den Forderungen der EU-Kommission kombinieren – eine schwierige Aufgabe.

Um rechtsverbindliche Zusagen werden Volksbanken und Sparkassen aber nicht herumkommen, heißt es aus Kommissionskreisen, wo man die Probleme der deutschen Landesbanken sehr genau beobachtet. Billige man den deutschen Instituten großzügige Ausnahmen zu, würden auch andere Länder Sonderregelungen für ihre Banken fordern. Dann bliebe es beim Wirrwarr unterschiedlicher Sicherungssysteme, das kaum noch ein Sparer durchschaut.

In Deutschland etwa hängt die Höhe der Einlagensicherung davon ab, um welche Art von Bank es sich handelt. Während Sparkassen und Volksbanken ihre Institutssicherungen haben, bieten private Banken die gesetzliche Einlagensicherung von derzeit 50.000 Euro pro Kunde. Viele zahlen darüber hinaus freiwillig in den Einlagensicherungsfonds ihres Bundesverbands deutscher Banken ein – und sichern damit zusätzlich mindestens 1,5 Millionen Euro pro Kunde ab. Allerdings haben Sparer auf diese Zugabe ebenfalls keinen Rechtsanspruch. Hinzu kommt eine dritte Gruppe privater Banken: Einige ausländische Institute unterliegen bei der Einlagensicherung nicht den hiesigen Vorschriften, sondern denen ihres Heimatlandes.

Eine EU-weite Angleichung auf mindestens 100.000 Euro ohne Ausnahmen – mit Auszahlungen binnen sieben Tagen – wäre da ein großer Fortschritt. Auf diese Weise würden laut Kommissar Barnier 95 Prozent aller Konten abgesichert – deutlich mehr als vor der Finanzkrise.

Eine Einlagensicherung mit einheitlichen Standards kann für Sparer schnell sehr wichtig werden. Trotz des aktuellen Aufschwungs sei die Finanzkrise noch nicht ausgestanden, warnt Andreas Zittlau. Das Bankensystem bleibe anfällig. »Da sind längst noch nicht alle Probleme gelöst«, sagt der Vermögensberater. Zumal einige Institute schon wieder windige Geschäfte machen. Anfang des Monats erst warnte die Finanzaufsicht BaFin, dass bei einer »niedrigen zweistelligen Zahl« von Banken erhöhte Zinsrisiken bestünden. Viele Finanzhäuser leihen sich derzeit kurzfristig hohe Summen zu extrem niedrigen Zinsen, um diese langfristig zu höheren Sätzen zu verleihen. Sie sind stets auf frisches Kapital angewiesen und könnten Probleme bekommen, wenn die Zinsen plötzlich steigen.

Dass Bankenpleiten selbst in guten Zeiten möglich sind, zeigte im August der Fall der Noa Bank. Das Institut, das im November 2009 an den Start gegangen war, hatte binnen weniger Monate mit attraktiven Zinsen Tausende deutsche Sparer angelockt und wies kurz vor der Pleite Einlagen in Höhe von 172 Millionen Euro aus. 110 Kunden hatten nach Angaben der BaFin dabei den Fehler gemacht, mehr als die abgesicherte Summe von 50.000 Euro anzulegen. Sie müssen nun hoffen, in einem Insolvenzverfahren ihr Geld zurückzubekommen. Merkels Versprechen aus dem Jahr 2008 hilft den Betroffenen in diesem Fall nicht: Es liege kein Garantiefall vor, betonte die Bundesregierung – schließlich sei die Noa Bank nicht wegen der Finanzkrise in Not geraten.

Ähnlich ging es den Kunden der isländischen Kaupthing-Bank im Oktober 2008. In Island, wo nur Einlagen in Höhe von 20.887 Euro gesetzlich abgesichert sind, hatten rund 34.000 deutsche Kunden ihre Ersparnisse angelegt – und angesichts verlockender Zinsen oft den geringen Schutz ausgeblendet. Monatelang blieben die deutschen Anleger im Ungewissen, erst dann war klar, dass sie ihre Ersparnisse vollständig zurückerhalten.

Fälle wie Noa und Kaupthing zeigen zweierlei. Erstens: Niemand sollte sich auf die Merkel-Garantie verlassen. Und: Kein Sparer sollte mehr Geld bei einer Bank anlegen, als von der Einlagensicherung abgesichert ist – egal, wie verlockend die Zins-Offerten klingen.

Quelle: Zeit

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Frankreich unter Rettungsschirm? http://StopBanque.blogsport.de/2010/11/25/frankreich-unter-rettungsschirm/ http://StopBanque.blogsport.de/2010/11/25/frankreich-unter-rettungsschirm/#comments Thu, 25 Nov 2010 11:00:15 +0000 Administrator Presse Information http://StopBanque.blogsport.de/2010/11/25/frankreich-unter-rettungsschirm/ Euro-Gruppe besorgt über hohes Defizit Frankreichs. Kreise: Franzosen denken über Antrag auf Rettungsschirm nach. – Europapolitiker Chatzimarkakis verlangt weltweite Umschuldung “Wir brauchen eine Stunde Null“. – Merkel: „Euro in Gefahr“.

Angesichts der sich ausbreitenden Schuldenkrise ruft der FDP-Europapolitiker Jorgo Chatzimarkakis zu einem “globalen Haircut“ bei den Staatsschulden auf. In der BILD-Zeitung (Mittwochausgabe) sprach sich Chatzimarkakis, der parlamentarischer Geschäftsführer der Liberalen im Europäischen Parlament ist, für eine weltweite Umschuldung aus. “Wir brauchen eine Stunde Null. Denkbar wäre, alle Staatsschulden um 30 Prozent zu kürzen“, sagte der FDP-Politiker der Zeitung. Er forderte zugleich “Ausnahmen für Pensionsfonds“, um beispielsweise Einbußen bei der Altervorsorge zu verhindern.

Der Präsident der Familienunternehmer (ASU), Patrick Adenauer, warnte die Bundesregierung vor immer neuen Hilfspaketen für überschuldete Staaten. “Die Gläubiger haben kein Anrecht darauf, dass die solideren Euro-Länder und vor allem ihre Steuerzahler sie wieder und wieder retten – ohne einen Euro Selbstbeteiligung“, sagte Adenauer der BILD-Zeitung. In diesem Fall stelle sich die Frage, wofür die Deutschen überhaupt noch sparten.

Frankreich: Antrag auf Rettungsschirm?

In der Euro-Gruppe wachsen die Sorgen über das hohe Haushaltsdefizit Frankreichs. Wie die Zeitung unter Berufung auf informierte Kreise in Brüssel meldet, wird an der Spitze des Gremiums auch über einen Antrag des Landes zum Euro-Rettungsschirm nachgedacht. Es sei nicht ausgeschlossen, dass Frankreich Hilfen beantragen könnte, hieß es laut „Bild-Zeitung“ in einer Unterrichtung der Gremiumsspitze.

Mit einem Antrag der Franzosen werde zwar in absehbarer Zeit nicht gerechnet. Er sei aber wahrscheinlicher als ein Antrag Italiens. In der Euro-Gruppe sind die Länder vertreten, in denen der Euro gemeinsame Währung ist. Frankreichs Defizit könnte in diesem Jahr bei knapp acht Prozent liegen. Für 2011 hat die Regierung einen Rückgang auf maximal sechs Prozent angekündigt.

Merkel: Euro in Gefahr

EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny hat sich über Äußerungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel über den Euro irritiert gezeigt. In der aktuellen Krise sei nicht der Euro in Gefahr, sondern einzelne Länder in der Eurozone, sagte der Chef der österreichischen Notenbank am Dienstagabend im Sender ORF. Diese Dinge müssten auseinandergehalten werden. Er sei über Merkels Äußerungen „irritiert“, sagte Nowotny. „Der Euro als Währung ist vollkommen intakt.“ Merkel hatte am Dienstag gesagt, im Hinblick auf den Euro befinde man sich in einer außergewöhnlich ernsten Situation.

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Eurokrise: Angst um Portugal wächst http://StopBanque.blogsport.de/2010/11/25/eurokrise-angst-um-portugal-waechst/ http://StopBanque.blogsport.de/2010/11/25/eurokrise-angst-um-portugal-waechst/#comments Wed, 24 Nov 2010 22:55:16 +0000 Administrator Presse Information http://StopBanque.blogsport.de/2010/11/25/eurokrise-angst-um-portugal-waechst/

Nach Irland nehmen Spekulanten nun Portugal ins Visier. Lissabon könnte zum nächsten Rettungsfall mutieren und auch Spanien droht ein Krisenstaat zu werden.

Straßburg, Frankfurt – Die Angst vor einem möglichen Zusammenbruch der Eurozone wächst wieder: Nachdem Irland unter den EU-Rettungsschirm geschlüpft ist, sorgt nun Portugal für Nervosität. Das Land hat zwar kein ernsthaftes Problem mit den Banken und es gibt auch keine Immobilienkrise – dafür aber haufenweise strukturelle Probleme. Die Wirtschaft wuchs in den vergangenen zehn Jahren kaum, die Industrie ist nicht wettbewerbsfähig und zehn Prozent der Portugiesen haben keinen Job. Die Zahl der Firmenpleiten stieg zuletzt massiv. Die Staatsschulden lagen Ende 2009 bei 109 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und das Haushaltsdefizit erreichte 2009 den Rekord von 9,4 Prozent.

Für die Börsianer ist das offenbar Grund genug, dem südeuropäischen Land das Vertrauen zu entziehen. Die Zinsen für Staatsanleihen stiegen am Mittwoch auf saftige sieben Prozent – die Anleger befürchten offenbar, in Portugal Geld zu verlieren.

In Lissabon legte derweil ein Generalstreik das öffentliche Leben lahm. Es war der umfassendste Ausstand seit 20 Jahren. Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst streikten gegen den Sparkurs der Regierung – diese will mit nie da gewesenen Sparmaßnahmen das Defizit im nächsten Jahr auf 4,6 Prozent drücken.

Experten gehen davon aus, dass die EU nun den Druck auf Portugal erhöhen wird, seine Budgetprobleme rasch zu lösen. Denn: In Portugal haben vor allem spanische Banken investiert. Die Sorge von einer „Ansteckungsgefahr“ auf Spanien wird damit wieder größer. Und: Eine Rettung Spaniens würde den 750 Milliarden Euro schweren EU-Krisenschirm an seine Grenzen bringen.

Die Spitze der Union versucht indes, die Situation zu beruhigen. Der Euro sei nicht Schuld an der Krise, betonte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso. Er wolle auch nicht über einen „Plan B spekulieren“, was die Zukunft der Eurozone und die Situation in Irland betreffe. „Der Euro ist nicht das Problem. Ich bin überzeugt, die Situation wäre viel schlimmer, wenn wir den Euro nicht hätten“, sagte Barroso. EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy warnte davor, Feindbilder zu schaffen. Irlands Finanzprobleme würden Portugal nicht anstecken, ist er überzeugt.

Auf der Grünen Insel lichteten sich indes die Nebel, was die Höhe der EU-Hilfsgelder und das Sparpaket angeht: 85 Milliarden Euro schwer wird das Hilfspaket sein, das die EU und der Internationale Währungsfonds (IWF) schnüren. Die angeschlagene Regierung von Ministerpräsident Brian Cowen kündigte am Mittwoch in ihrem mit Spannung erwarteten Sparprogramm an, die Staatsausgaben in den kommenden vier Jahren um 10 Mrd. Euro zu kürzen und 5 Mrd. Euro zusätzlich durch Steuererhöhungen einzunehmen. 40 Prozent oder 6 Mrd. Euro des Pakets sollen schon 2011 greifen. Die Mehrwertsteuer soll von derzeit 21 auf 23 Prozent erhöht werden. Ab 2014 müssen die Iren erstmals ihr Trinkwasser bezahlen. Der Mindestlohn sinkt um einen Euro auf 7,65 Euro. Knapp 25.000 Jobs im öffentlichen Dienst werden wegfallen.

Die Ratingagentur Standard & Poor‘s stufte Irlands Bonität indes herunter – die Einstufung wurde auf „A“ von bislang „AA-“ gesenkt. Das ist sechs Stufen unterhalb des Topwerts AAA.

Quelle:TT

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Monopoly im großen Stil – Zahlen zu Irland http://StopBanque.blogsport.de/2010/11/22/berlin-now-home-links-impressum-monopoly-im-grossen-stil-zahlen-zu-irland/ http://StopBanque.blogsport.de/2010/11/22/berlin-now-home-links-impressum-monopoly-im-grossen-stil-zahlen-zu-irland/#comments Mon, 22 Nov 2010 19:39:05 +0000 Administrator Presse Information http://StopBanque.blogsport.de/2010/11/22/berlin-now-home-links-impressum-monopoly-im-grossen-stil-zahlen-zu-irland/ Irland hat Probleme. Besser gesagt, Irland hat enorme Probleme, wenn Griechenland die Probleme von Irland gehabt hätte, würden die Menschen wohl jetzt noch Sirtaki tanzen.

Die Griechen schulden ausländischen Banken momentan 175 Milliarden US Dollar, in Irland sieht die Lage mit 731,2 Milliarden US Dollar etwas anders aus.

Um einmal zu verdeutlichen um wie viel Geld wir hier reden:

In Irland wohnen nach einer Schätzung aus diesem Jahr ca. 4.456.000 Menschen, diese erwirtschaften ein Bruttoinlandsprodukt von geschätzten 227 Millarden Dollar. Wenn man die Schulden die Irland bei den Banken hat auf die Bevölkerung umrechnet ergibt dies eine Zahl von 164.093,36 US Dollar. Die Bevölkerung erwirtschaftet jedes Jahr aber nur 50.942,55 US Dollar pro Kopf. Wenn wir Irland jetzt eine Zahlung aus dem IWF Rettungsschirm gewähren retten wir überhaupt gar nichts. Es wird natürlich möglich sein die dringlichsten Verbindlichkeiten zu bezahlen, dennoch reden wir hier nur über eine Rettung auf Zeit. Irland wird sich nicht mehr erholen, wie auch? Die Insel hat eine Million Einwohner mehr als Berlin aber etwa 1/5 der deutschen Staatsverschuldung. In Relation zu Deutschland haben die Insulaner 3 mal so viel Schulden.

Durch die dauerhafte mediale Bombardierung mit Zahlen und Schuldenständen wird so manches mal vergessen über was für Summen man sich eigentlich unterhält. Es ist ja schön und gut das wir unseren Nachbarn helfen wollen. Aber das was wir gerade versuchen ist so als würde man einem angeschossenen Hasen einen Wattebausch hinlegen und hoffen das er doch irgendwie überlebt. Was die Politik uns da gerade verkaufen will ist nicht tragbar. Wir können Irland nicht helfen, nicht weil wir nicht wollen, sondern weil wir einfach nicht können.

Die Rettung dieses Landes wird nicht gelingen, außerdem ist sie nicht die einzige die uns bevor steht. Spanien wird eventuell auch bald vor der Tür stehen nur leider ist die EU kein Monopoly Spiel indem man keine Miete kassiert um das Spiel am laufen zu halten. Irgendwann ist das Spiel halt einfach mal zu Ende. Ich habe keine Antwort auf die Frage wie man mit Irland verfahren sollte und ob ein Staatsbankrott noch irgendwie abzuwenden ist, aber mit dem aktuellen Plan wird die EU keinen Blumentopf gewinnen. Ich weiß, “Rettung” ist ein unheimlich schönes Wort, man sollte es aber nur dann verwenden wenn es auch zutrifft. Wir retten niemanden, wir stellen nur eine zweite Henkersmahlzeit bereit. Zugegeben, eine sehr teure.

Der Terror kommt nicht von irgendwelchen Islamisten, sondern von Staaten welche andere Staaten retten wollen. Das sie dabei auf einem sehr dünnen Seil welches brennt und über den Grand Canyon führt balancieren scheint dabei kaum zu interessieren. Hauptsache man kann noch freudestrahlend in eine Kamera grinsen und verschwitzt behaupten alles sei in Ordnung.

Quelle: berlinnow

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Bankkunden ziehen Milliarden ab! http://StopBanque.blogsport.de/2010/11/21/bankkunden-ziehen-milliarden-ab/ http://StopBanque.blogsport.de/2010/11/21/bankkunden-ziehen-milliarden-ab/#comments Sun, 21 Nov 2010 21:55:27 +0000 Administrator Presse Information http://StopBanque.blogsport.de/2010/11/21/bankkunden-ziehen-milliarden-ab/ Bei der angeschlagenen irischen Anglo Irish Bank ziehen die Kunden massenweise Gelder ab: Seit Beginn des Jahres sind die Einlagen der inzwischen teilverstaatlichten Bank um 13 Mrd. Euro gesunken. Vor diesem Hintergrund stockte das Institut eine geplante Kapitalerhöhung um 1,2 Mrd. Euro auf insgesamt 6,6 Mrd. Euro auf.

Vor allem Firmenkunden haben angesichts der Sorgen über das marode Bankensystem des Landes ihr Geld abgezogen, wie die Bank mitteilte.

Auch andere irische Institute bekommen die Skepsis ihrer Kunden schmerzhaft zu spüren. Erst vergangene Woche hatte die größere Bank of Ireland berichtet, dass Firmenkunden allein im vergangenen Vierteljahr zehn Mrd.Euro abgezogen haben.
Schwere Bankenkrise

Irland steht wegen der Bankenkrise mit dem Rücken zur Wand. Die Neuverschuldung dürfte in diesem Jahr auf 32 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen, weil der Staat die wegen der Finanz- und Immobilienkrise in Schieflage geratene Banken unterstützen muss. Die Bankenlandschaft ist nach einer schweren Immobilienkrise marode und im Vergleich zur Größe des Landes mit 4,5 Millionen Einwohnern völlig überdimensioniert.

Der Staat hat mittlerweile Garantien für Bankeinlagen in Höhe von 350 Mrd. Euro übernommen – mehr als das Doppelte des Bruttoninlandsproduktes. Bisher flossen bereits 35 Mrd. Euro staatlicher Stützungsmittel, mindestens weitere 15 werden erwartet.

Die Europäische Zentralbank hat den irischen Banken bereits mit 90 Mrd. Euro geholfen, damit flossen bisher 20 Prozent aller Hilfsmaßnahmen der EZB nach Irland. Finanzminister Brian Lenihan räumte nun nach langem Sträuben ein, dass Irland nicht ohne Hilfe von außen auskommen wird. Das lag auch daran, dass die Risikoaufschläge für irische Staatsanleihen derzeit kräftig steigen. Sollte Irland sich also Geld am Kapitalmarkt leihen wollen, dürfte dieser Schritt angesichts hoher Zinsen sehr teuer werden. Damit nimmt der Spardruck weiter zu.

Quelle: ntv

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