Die Rache am Geldautomaten

Machtlos gegen die Macht der Banken? Gegen diese Sicht regt sich in Frankreich Protest. Ex-Fußballstar Cantona hat seine Landsleute dazu aufgerufen, am 7. Dezember gleichzeitig ihr Konto zu räumen – und damit die Banken lahm zu legen.

Die Banken haben kein besonders gutes Image mehr – auch nicht in Frankreich. Die Leute ärgern sich über die Geldhäuser, die zuerst die diversen Finanzkrisen mitverursacht haben, dann von Steuergeldern gerettet wurden – nur um danach munter weiterzumachen wie zuvor.

Wie kann man dagegen protestieren? Große Demos im ganzen Land? „Nein“, sagt der frühere französische Fußballstar Eric Cantona: „Heutzutage bringt das doch nichts mehr, selbst wenn Millionen kilometerweit durch die Städte marschieren, würde es nichts ändern.“ Und auch die Regierungen würden nicht genug tun, um die Banken in den Griff zu bekommen, sagt er.
„Wir brauchen keine Waffen“

Deswegen fordert der frühere Stürmer von Manchester United, der in Frankreich jetzt als Schauspieler arbeitet, seine Landsleute zu einer ganz anderen Form des Protests auf: „Wir müssen keine Revolution ausrufen, wir brauchen keine Waffen, wir bringen niemanden um“, sagt er und ergänzt: „Die Banken selbst haben dieses System geschaffen – und nur über die Banken kann man es auch lahmlegen.“

Und er weiß auch schon wie: Alle sollen gleichzeitig ihr Konto leer räumen. „Das ist eine echte Bedrohung für die Spekulanten, das wäre eine echte Revolution“, sagt Cantona, Wenn 20 Millionen Menschen gleichzeitig ihr Geld von den Banken abzögen, dann würde deren System zusammenbrechen.

Der 7. Dezember soll der Aktionstag sein. Dann sind Gehalt oder Arbeitslosengeld schon eingegangen und die Miete bezahlt. Jeder weitere Cent soll den Banken nicht mehr als Spekulationsmasse zur Verfügung stehen, sagt Cantona.

Der Videoclip mit seinem Aufruf hat sich in der Internetgemeinde herumgesprochen. 13.000 Franzosen kündigten an, mitmachen zu wollen. Zeitungen und Radiosendungen beschäftigen sich mit dem Thema: „13.000 – das ist eine Menge – aber aber es gibt auch viele Kommentare die sagen, dass sie leider nicht mitmachen können, weil ihr Konto sowieso leer ist.“
Die Banken schweigen

Die großen Banken haben diesen Aufruf bisher nicht kommentiert. Aber im Internet haben sich mittlerweile Unterstützer aus 15 Ländern gemeldet – auch Deutsche wollen sich an diesem sogenannten „Bankrun“ beteiligen.

Quelle: Tagesschau

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4 Antworten auf „Die Rache am Geldautomaten“


  1. 1 Mia Rupou 26. November 2010 um 13:35 Uhr

    Hallo,

    wenn viele KundInnen einer Bank sich an diesen Aufruf halten und alle Gelder von allen Konten abheben, dann bekommt die Bank sehr schnell ein Liquiditätsproblem. Andere Banken können – wenn sie gleichfalls betroffen sich – auch nicht mehr helfen. Dies kann dann sehr schnell zu einem umfassenden Bankencrash führen. Ein solcher kann kaum Ziel der Aktion sein, denn das würde die Bevölkerung sicher teuer zu stehen kommen.

    Sind nur die Girokonten betroffen, sind die KundInnen die Dummen, die für jede Buchung zahlen müssen, da sie einen (großen) Teil des Geldes ja gleich am nächsten Tag wieder einzahlen müssen, damit die kommenden Daueraufträge und Lastschriften noch ausgeführt werden können. In solchen Fällen freut sich dann die Bank über die zusätzlichen Einnahmen.

    Viele Grüße,

    Mia

  2. 2 elisabeth 16. Dezember 2010 um 9:50 Uhr

    warum das geld gleich wieder einzahlen ? warum nicht eine woche weglassen ? eine woche wäre vielleicht etwas hart für die bank.

    hey und eine woche zahlungsverzug, das sollte ja wohl gehen.

    und überhaupt, wird bei euren konten also laufend was abgezogen ?

    was interessant wäre ist eher die frage, was tatsächlich passiert wenn die bank crasht. das muss tatsächlich nicht gut sein. ich würde gerne mehr wissen über die aktion. welche bank und warum und ob sich jemand über obengesagtes gedanken gemacht hat.

  1. 1 Bank Run hausgemacht – Werbung als Ironie? « ein schöner tag Pingback am 28. November 2010 um 16:05 Uhr
  2. 2 Rekursiv Paradoxon Trackback am 29. November 2010 um 21:30 Uhr
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