US-Immobiliendebakel ohne Ende

In den USA kann der Immobilienschwelbrand jederzeit wieder aufflammen. Wegen fehlerhafter Dokumente, schlampiger Forderungsabtretungen und mangelnder Nachverfolgbarkeit ist in vielen Fällen weder klar, wer der Schuldner ist, noch ob Forderungen noch zu Recht bestehen und gegenüber wem.

Das Chaos soll gewaltig sein, unzählige Zwangsversteigerungen von Häusern mussten wieder gestoppt werden. Am schlimmsten dabei ist anscheinend, dass manche Banken auf weit mehr uneinbringlichen Immobilienkrediten sitzen als sie glaubten, weil sie der Meinung waren, dies Kredite weiterverkauft zu haben. „Bei den großen Banken könnte sich herausstellen, dass sie nach wie vor im Besitz von Millionen fauler Hypothekarkredite seien, wobei sich die Verluste auf Milliarden belaufen könnten, heißt es in dem Bericht, der am 15. Nov. vom Kongressausschusses (Congressional Oversight Panel) für die Überwachung des Bankenrettungsprogramms der US-Regierung (TARP) veröffentlicht wurde. Unterlagen sollen sogar zurückdatiert und manipuliert worden sein. Die involvierten Banken haben insgesamt Hypothekarkredite von 6.4 Billionen USD vergeben. Ob es jetzt erneut zu einem Flächenbrand kommt oder ob die Angelegenheit doch weniger dramatisch als befürchtet ist, muss sich erst weisen. Derzeit tappt man über das Ausmaß der Misere im Dunkeln.

Auch Deutsche Bank nach wie vor stark involviert

Diese Gefahr betrifft nicht nur US-Banken. Auch die Deutsche Bank sei tief in den US-Immobilien verstrickt, schrieb Der Spiegel bereits im Sommer ( http://www.spiegel.de/ ): „Bei all dem Geschacher gingen unterwegs allerdings oft die Besitzurkunden für die Immobilien verloren. In Cleveland und New Jersey etwa ließen Richter von der Deutschen Bank veranlasste Zwangsversteigerungen für nichtig erklären……. Trotzdem versuchen die Dienstleister der Bank immer wieder, Häuser räumen zu lassen – auch wenn inzwischen neue Besitzer drin wohnen, die ihre Raten zahlen. Landesweit existieren deshalb Klagen gegen das Frankfurter Institut.“ 85 bis 90 Prozent der ausstehenden Hypotheken sollen im wesentlichen von vier Banken gehalten werden, wovon die Deutsche Bank eine ist.

Unvorstellbare Schlampereien

Auch die NZZ hat bereits am 1. Nov. vom „unermesslichen Pfusch am Hypothekarmarkt“ berichtet und nennt als Schadensziffer 100 Mrd. USD ( http://www.nzz.ch/ ).
In der Tat ist es ein für die zivilisierte Welt eher ungewöhnliches Problem, dass in vielen Fällen gleich mehrere Banken Forderungen in derselben Sache anmelden, denn normalerweise sind Forderungen aus Immobiliendarlehen bzw. die Hypothekenlasten penibel dokumentiert ( http://finance.yahoo.com/ ). Auch das wirft ein bezeichnendes Licht auf die Zustände in den USA, die man sonst eher von Entwicklungsländern her kennt.
Dass nun nicht irgendwelche Weltuntergangspropheten vor einer erneuten Krise warnen, sondern vielmehr der Congress-Ausschuss (Congressional Oversight Panel) „albtraumartige Zustände bei der Vollstreckungskrise“ ( http://www.aolnews.com/ ) befürchtet, macht die Angelegenheit um einiges besorgniserregender. Vor allem muss man sich die berechtige Frage stellen, wozu die USA eine Bankenaufsicht hat, wenn diese von den ganzen Problemen anscheinend gar nichts mitbekommen hat.
„Wenn solche Probleme im großen Maßstab aufkommen, könnte der Häusermarkt noch größere Verwerfungen erleiden als bisher, woraus maßgeblicher Schaden für die großen Finanzinstitutionen erwachsen könnte“, nennt der Ausschuss die Dinge beim Namen ( http://www.aolnews.com/ ).
“Wenn etwa eine Wallstreetbank entdecken sollte, dass sie aufgrund schlampiger Dokumentation noch Millionen von wertlosen Hypothekarkrediten besitzt, die sie bereits für seit Jahren verkauft hielt, könnte sie mit Milliarden unerwarteter Verluste konfrontiert sein.“
Die Auswirkungen auf die Börsen kann man sich unschwer ausmalen.

Quelle: Foonds

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