Bank Run 2.0: Das Volk soll die Banken stürzen

Am 07. Dezember wird das internationale Finanzsystem abermals an den Rand des Abgrunds gedrängt. Das jedenfalls wollen drei Franzosen erreichen, die über Social Networks Bürger in zahlreichen Ländern dazu auffordern, sich einen Tag nach Nikolaus ihr gesamtes Vermögen auszahlen zu lassen. Schon jetzt haben tausende angekündigt, dem Aufruf folgen zu wollen.

Mit der Aktion „StopBanque“ wollen die drei Initiatoren Yann Sarfati, Arnaud Varnier und Geraldine Feuillien den Menschen in Erinnerung rufen, dass in letzter Instanz nicht Banken, sondern der Bürger selbst im Besitz der Macht über das Finanzsystem ist. Ein Bankrun auf Kommando könnte die Kreditinstitute in der Tat vor gravierende Probleme stellen. Werden sie auf einen Schlag zur Auszahlung großer Vermögenswerte gezwungen, droht im Extremfall der Kollaps.

Die Initiatoren des Events sind offenbar genauso wie viele andere Bürger erzürnt darüber, dass sich trotz der beispiellosen Finanzkrise nichts an den Machenschaften der Finanzbranche geändert hat. Trotz Steuerhilfen in Milliardenhöhe ist es den Instituten nach wie vor möglich, riskante Geschäfte einzugehen, die gesamtwirtschaftlich schädlich sind. Die Politik hat gegen die Zustände im Finanzsystem praktisch nichts unternommen, auch wenn dies naturgemäß anders dargestellt wird.

Insbesondere gibt es keine Anzeichen dafür, dass die Finanzakteure, die dem gemeinen Bürger einen erheblichen Schaden zugefügt haben, dafür auch in angemessenem Umfang zur Verantwortung gezogen werden. Es scheint geradezu so, als schütze der Rechtsstaat die Verantwortlichen auf Kosten der Opfer. Klagende Bank-Manager, die sich trotz desolater Leistungen Boni in Millionenhöhe vor Gericht erstreiten und dabei auch noch Recht bekommen, haben das ohnehin ramponierte Ansehen der Branche in der Öffentlichkeit weiter beschädigt.

Würde sich das Volk durch einen kollektiven Vermögensabzug gegen die Vorherrschaft der Finanzbranche wehren, wäre die Politik zum Handeln im Sinne des Bürgers gezwungen. Bankkunden, die ihr Vermögen abheben, nehmen der Bank damit auch einen wichtigen Input-Faktor für schädliche Geschäfte.

Massenaufrufe an die Bevölkerung über das Internet zu bestimmten Handlungen sind nicht neu. Immer wieder kommt es vor, dass sich große Menschenmassen zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort einfinden und an diesem ein über das Internet inszeniertes Happening veranstalten. Sollten am 07. Dezember lange Schlangen und große Menschenmengen an den Bankschaltern zu beobachten sein, hatte der Bankrun 2.0 womöglich Erfolg!

Quelle: BankingPortal24.de
15.11.2010

Dieser Beitrag gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

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