‚Stopbanque‘: Banken-Crash mit Ansage am 7. Dezember

Quelle: Artikel erschienen am 29.10 auf die Presse

Drei junge Franzosen wollen am 7. Dezember einen Bankensturm auslösen. Weltweit sollen möglichst viele Menschen ihr ganzes Geld abheben. Sie wollen damit „die abgehobenen Eliten zum Zittern bringen“.

Am 7. Dezember 2010 soll es zur nächsten Finanzkrise kommen – zumindest nach dem Willen von drei jungen, frustrierten Franzosen. Das berichten „Financial Times Deutschland“ und „Wiener Zeitung“. Der simple Plan: Weltweit sollen sich möglichst viele Menschen auf den Weg zu ihrer Bank machen und sämtliches Geld abheben, das auf sich auf ihren Spar- und Girokonten befindet.

„Abgehobene Eliten zum Zittern bringen“

Yann Sarfati, Arnaud Varnier und Geraldine Feuillien, die sich „Stopbanque“ nennen, wollen damit das internationale Finanzsystem ins Wanken bringen. Sie sind der Ansicht, dass Demonstrationen nichts nützen. Sie greifen daher zu alternativen Mitteln. Auf der deutschen Ableger-Webseite wird Stopbanque als ein Aufruf zum europaweiten massiven Abzug aller Gelder von Banken und der Schließung von Bankkonten bezeichnet.

Da werden Erinnerungen an den September 2007 wach, als panische Bankkunden vor Filialen der britischen Bank Northern Rock Schlange standen, um ihr Erspartes abzuheben. Doch am 7. Dezember soll es zu einem angesagten Bankensturm in aller Ruhe kommen, um „die abgehobenen Eliten zum Zittern zu bringen“, wie „Financial Times Deutschland“ schreibt.

„Banken sind nur groß, weil wir auf den Knien rutschen“

Es soll ein Protest der Zivilbevölkerung – in bester französischer Revolutionstradition als Citoyen, also Bürger – werden. Dabei bedienen sich die Organisatoren auch der Social Media wie Facebook und Twitter. Auf Aktionsseiten bei Facebook in Frankreich, Italien und Deutschland haben bereits viele Menschen ihre Zustimmung bekundet. „Die Banken sind nur so groß, weil wir auf den Knien sind“, heißt es kämpferisch.

Am Ende der Abhebung des Geldes soll dem zuständigen Bankbeamten ein Abschiedsbrief übergeben werden. Der vorgeschlagene Standardtext lautet folgendermaßen: „Liebe Bankerin, lieber Banker! Hiermit möchte ich Ihnen zu verstehen geben, dass „wir“ wissen was Sie mit unserem Geld treiben. Da wir seit geraumer Zeit wissen, dass ihre „Chefs“ die Weltpolitik beeinflußen, indem Geldmittel allein aus kapitalistischem Interresse heraus gesteuert und gemeinsame Güter dadurch Korruption und Spekulation zum Opfer fallen, möchte ich hiermit kundtun mit ihrer gesellschaftsschädigenden Geschäftspolitik nicht einverstanden zu sein.“

Zweifel an Erfolg: „Welches Geld?“

„Financial Times Deutschland“ zweifelt daran, dass das Vorhaben erfolgreich sein wird. Zwar gäbe es breite Zustimmung, denn bislang hätten etwa in Frankreich von den zehntausenden über Facebook eingeladenen Menschen gerade einmal 7300 ihre Teilnahme zugesagt. Gleichzeitig habe es aber 25.000 Absagen gegeben. Ein anderes Problem lässt sich aus den Kommentaren auf der deutschen Facebook-Seite jedenfalls ablesen: „Welches Geld?“, „Hab eh net viel drauf ;-) “, „sollte ich an besagtem Tag Geld auf meinem Konto haben…“.

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